Zucker im Kuchen reduzieren – Backtest
Anleitungen
Der Backtest
- Als Basis verwenden wir eine klassische Gleichschwermasse. Dabei werden Eier, Zucker, Butter und Mehl grundsätzlich zu gleichen Teilen verwendet.
Getestet werden vier Varianten:
- 100% Zucker – unser Referenzkuchen
- 50% weniger Zucker
- Zucker durch Erythrit ersetzt
- Zucker durch hello sweety ersetzt
Zutaten – Grundrezept mit Zucker
- 100 g Zucker
- 100 g Butter
- 100 g Weizenmehl
- 2 Eier
- Backpulver
- 1 Prise Salz
- etwas Vanille
Die Ergebnisse
Variante 1: Kuchen mit 100% Zucker
- Der klassische Zuckerkuchen dient als Referenz. Er bekommt eine schöne Farbe und ein gutes Volumen.
- Die Krume ist saftig und feinporig und entspricht dem Ergebnis, das man von einer klassischen Gleichschwermasse erwartet.
- Geschmacklich ist diese traditionelle Variante für mich allerdings deutlich süsser als nötig.
Variante 2: Kuchen mit 50% weniger Zucker
- Auch mit nur der Hälfte des Zuckers entsteht ein guter Kuchen. Allerdings zeigen sich bereits Unterschiede.
- Die Oberfläche und Farbe sind weniger intensiv und der Teig wirkt etwas weniger cremig. Beim Backtest ist bei dieser Variante ausserdem etwas Butter ausgetreten.
- Das zeigt sehr schön: Zucker ist nicht nur für die Süsse verantwortlich, sondern trägt auch zur Masse und Stabilität eines Kuchenteiges bei.
- Die Krume ist etwas weniger saftig als beim Referenzkuchen, aber keinesfalls komplett trocken.
- Geschmacklich gefällt mir diese Variante sogar besser, da sie deutlich weniger süss ist.
- Wichtig: Wer Zucker reduziert, hat automatisch weniger Teigmasse. Soll eine bestimmte Backform komplett gefüllt werden, muss dies bei der Rezeptmenge berücksichtigt werden.
Variante 3: Kuchen mit Erythrit
- Bereits beim Anrühren fällt auf, dass der Teig weniger geschmeidig und etwas sandig wirkt. Im Teig bleiben sichtbare Kristalle zurück.
- Nach dem Backen ist der Kuchen heller und wirkt trockener und kompakter. Zudem zeigen sich teilweise speckige Stellen und ein fettiger Rand.
- Auch geschmacklich gibt es einen deutlichen Unterschied: Erythrit erzeugt für mich einen typischen Eigengeschmack und eine kühlende Wirkung im Mund.
- Zum Süssen kann Erythrit durchaus eingesetzt werden. Für einen klassischen Rührkuchen würde ich es persönlich jedoch nicht als alleinigen Zuckerersatz bevorzugen.
Variante 4: Kuchen mit hello sweety
- Ziel bei hello sweety ist es, Zucker möglichst unkompliziert zu ersetzen und dabei wichtige Eigenschaften von Zucker beim Backen beizubehalten.
- Der Teig ist geschmeidig und das gebackene Küchlein kommt dem Referenzkuchen sehr nahe. Es hat ein gutes Volumen und eine saftige Krume.
- Hello sweety färbt beim Backen etwas schneller als normaler Zucker. Deshalb kann es je nach Rezept sinnvoll sein, den Kuchen ungefähr 5 Minuten kürzer zu backen.
- Geschmacklich ist die Variante etwas weniger süss als der klassische Zuckerkuchen.
Warum kann man Zucker beim Backen nicht einfach weglassen?
- Zucker hat beim Backen mehrere Aufgaben. Er sorgt nicht nur für einen süssen Geschmack, sondern beeinflusst unter anderem:
- die Stabilität des Teiges
- die Feuchtigkeit und Saftigkeit
- die Bräunung
- die Konsistenz und Struktur
- die gesamte Teigmenge
Wie viel Zucker kann ich im Kuchen reduzieren?
- Bei vielen Kuchenrezepten kannst du die Zuckermenge reduzieren.
- Etwa ein Drittel weniger Zucker lässt sich meiner Erfahrung nach bei vielen Rezepten problemlos ausprobieren.
- Auch eine Reduktion um 50% kann funktionieren. Dann musst du allerdings damit rechnen, dass sich Struktur, Saftigkeit, Farbe und Teigmenge stärker verändern.
- Je mehr Zucker du aus einem bestehenden Rezept entfernst, desto grösser können diese Unterschiede werden.
Tipps vom Profi
- Reduziere bei einem bestehenden Kuchenrezept zunächst nur etwa ein Drittel des Zuckers. Damit hast du einen guten Ausgangspunkt, ohne das gesamte Verhältnis des Rezeptes zu stark zu verändern.
- Wenn du den Zucker halbierst, solltest du bedenken, dass dir auch Masse fehlt. Bei einer exakt bemessenen Backform kann der Kuchen deshalb niedriger werden.
- Zuckerersatzstoffe verhalten sich beim Backen nicht automatisch genauso wie Zucker. Neben der Süsskraft solltest du deshalb immer auch auf Struktur, Wasserbindung, Bräunung und Geschmack achten.
- Bei hello sweety kann die Bräunung schneller einsetzen. Kontrolliere den Kuchen deshalb gegen Ende der Backzeit etwas früher.
Video
Kann ich bei einem Kuchenrezept einfach weniger Zucker verwenden?
Ja, bei vielen Kuchen kannst du die Zuckermenge um etwa ein Drittel reduzieren, ohne das Ergebnis stark zu verändern. Bei 50 % weniger Zucker können sich Struktur, Saftigkeit und Bräunung bereits deutlicher verändern.
Welche Funktion hat Zucker beim Backen ausser der Süsse?
Zucker sorgt nicht nur für Süsse, sondern beeinflusst auch Saftigkeit, Stabilität, Bräunung, Struktur und Teigmenge. Deshalb lässt er sich nicht in jedem Rezept beliebig reduzieren.
Kann ich Zucker beim Backen 1:1 durch Erythrit ersetzen?
Technisch lässt sich damit backen, das Ergebnis unterscheidet sich jedoch von einem Kuchen mit Zucker. Im Test wurde der Kuchen heller, kompakter und trockener, zudem hatte Erythrit einen Eigengeschmack und eine kühlende Wirkung.
Was ist „hello sweety“?
„hello sweety“ ist ein kalorienreduzierter und zahnschonender Zuckerersatz, der 2019 von Marcel Paa entwickelt wurde. Das Ziel war es, einen möglichst kalorienarmen Zuckerersatz herzustellen, der alle positiven Eigenschaften vom handelsüblichen Haushalts- oder Kristallzucker aufweist. hello sweety ist perfekt zum Backen, Kochen und Süssen geeignet und kann 1:1 den normalen Haushaltszucker ersetzen. Weitere Informationen hierzu findest Du hier: hello sweety – Der perfekte Zuckerersatz
Häufig gestellte Fragen
Auf der Seite „FAQ – Häufig gestellte Fragen„ findest Du eine Sammlung der am häufigsten gestellten Fragen der Community von „einfach backen“ – Fragen aus allen verwendeten sozialen Medien und Mails.


Schade dass mein Kommentar entfernt wurde
Hätte mich schon sehr interessiert ob in hello sweety auch Erythrit enthalten ist
Und auch die Gefahr für die Gesundheit von Erythrit ist sicher interessant.
Auch würde ich gerne wissen warum mein Kommentar entfernt wurde- wie schon einige andere von mir zu anderen Rezepten
Wäre sehr dankbar für eine Rückmeldung
Ist mir aber bewusst dass ich darauf wahrscheinlich auch wieder vergeblich warte 🙈
Hallo Lydia
Dein Kommentar wurde nicht gelöscht, sondern ist einfach noch nicht freigeschaltet. 😊 Bitte hab etwas Geduld. Bei täglich hunderten Kommentaren und Fragen kann es 1–2 Tage dauern, bis wir alles durchgesehen und beantwortet haben. Danke für dein Verständnis!
Beste Grüsse, Team Marcel Paa
Nachdem es nach Ansicht der „Ernährungs-Docs“ inzwischen durchaus gesundheitliche Bedenken bezüglich der Nutzung von Erythrit gibt, trau ich mir das gar nicht mehr zu nutzen.
( hab es in der Vergangenheit sehr oft und sehr gerne verwendet)
(Zitat: Die Risiken nach Ansicht der Ernährungs-Docs:
Herzkreislauf-Gefahr: Aktuelle Studien aus den Jahren 2023 und 2024 zeigen, dass hohe Erythrit-Werte im Blut das Verhalten von Blutplättchen verändern und das Risiko für Blutgerinnsel, Thrombosen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle erhöhen können.
Wie ist es da bei Hello Sweety, bzw besteht es auch aus Erythrit?
Viele Grüße aus Bayern von Lydia
Hallo Lydia
Eine Aufstellung der Inhaltsstoffe von hello sweety findest du auf unserer Website: https://hellosweety.ch/.
Und ja, hello sweety enthält einen kleinen Anteil Erythrit. Ob das Produkt für dich geeignet ist, besprichst du am besten mit deinem Arzt.
Beste Grüsse, Team Marcel Paa
ich nehme die Hälfte vom angegebenen Zucker ich kenne nur den unterschied das er nicht so süß ist .
Hey,
zu Beginn meiner Diabetes-Diagnose bin ich auf Erythrit ausgewichen. Ja, kann man mit backen und sich an der verminderten Kalorienzahl erfreuen. Allerdings sollte man das Gebäck ziemlich zügig essen, denn schon am Folgetag ist zu beobachten, dass sich das Erythrit nicht vollständig auflöst bzw. wieder kristallisiert und sowohl Optik wie Geschmack sich verändern. Ausserdem kann der 100%ige Zuckertausch auch auf die Verdauung gehen ;( .
Dann habe ich nur die Hälfte des Zuckers durch Erythrit ersetzt – besser, aber der scharfe und kühlende Geschmack d. Erythrits bleibt.
Ohne hier das Fähnchen für „Hello sweety“ zu schwenken – tatsächlich geht es damit gut und Konsistenz und Geschmack sind wie im Originalrezept. Und da ja nicht jeden Tag Süßes gebacken wird, kann ich mir den Austausch auch „leisten“ – Danke für die „Erfindung“!
Liebe Grüße
Vielen Dank für dieses sehr interessantes Experiment. Ich backe mit dem üblichen Haushaltszucker reduzier aber immer um mindestens ein Drittel der angegebenen Zuckermenge. Meine Familie sagt dass die Süße völlig ausreicht und man auch ein Stück mehr davon genießen kann.
Freundliche Grüße aus München
Edeltraud Hupf 👍💐👏