Dinkelmehl richtig verarbeiten
Anleitungen
Dinkelmehl richtig verarbeiten – vom Fladen zum perfekten Brot
Was ist der Unterschied zwischen Dinkel und Weizen?
- Dinkel enthält mehr Gluten
- Dinkelteig ist dehnbarer
- Er ist weniger stabil
- Er läuft schneller in die Breite
Die 3 wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Dinkelteig
1. Stabilität durch Brühstück oder Kochstück
- Dinkel braucht Unterstützung – und genau hier kommt das Brühstück ins Spiel.
So funktioniert’s:
- Ca. 10 % der Mehlmenge verwenden (z. B. 50 g bei 500 g Mehl)
- Mit 1,5-2-facher Wassermenge überbrühen (75–100 g)
- Gut vermischen und vollständig auskühlen lassen
Vorteil:
- Mehr Wasserbindung
- Saftigere Krume
- Stabilerer Teig
2. Säure stärkt das Gluten
Da das Dinkelgluten empfindlicher ist, hilft Säure enorm:
Geeignete Zutaten:
- Sauerteig
- Joghurt
- Apfelessig
Wirkung:
- Stabilere Teigstruktur
- Bessere Gashaltung
- Mehr Volumen im Ofen
- Schonend kneten – weniger ist mehr!
Knetzeiten im Vergleich:
- Weizen: 12-20 Minuten
- Dinkel: nur 6-9 Minuten
Wichtig:
- Nicht zu intensiv kneten
- Keine hohe Geschwindigkeit
- Lieber kürzer kneten und später dehnen & falten
Achtung: Überkneten!
Ein überkneteter Dinkelteig erkennt man sofort:
- Wird wieder extrem klebrig
- Verliert seine Struktur
- Reisst schnell beim Ziehen
- Läuft komplett auseinander
Was passiert?
- Die Glutenstruktur wurde zerstört.
Rettung:
- In einer Backform backen
- Mit geringerem Volumen rechnen
- Die richtige Teigführung
Stockgare (erste Gehphase)
- Darf bei Dinkel etwas länger sein, hier entwickelt sich Struktur und Aroma
Stückgare (nach dem Formen)
- Eher kurz halten, sonst läuft der Teig auseinander
Tipp:
- Eine kühle Gare im Kühlschrank verbessert zusätzlich die Stabilität.
Zusätzliche Tipps aus der Praxis
- Kaltes Wasser verwenden → verhindert Übererwärmung
- Autolyse nutzen → Mehl + Wasser mischen, 30 Minuten ruhen lassen
- Fett (z. B. Öl oder Butter) → verbessert die Saftigkeit
- Fenstertest funktioniert bei Dinkel gut – aber vorsichtig interpretieren
Der Unterschied im Ergebnis
Mit der richtigen Technik bekommst du:
- ✅ stabiles Brotvolumen
- ✅ elastische, saftige Krume
- ✅ längere Frischhaltung
Ohne diese Anpassungen:
- ❌ flaches Brot („Fladen“)
- ❌ trockene oder kompakte Krume
- ❌ instabiler Teig
Fazit: Kleine Anpassung, grosser Unterschied. Dinkel ist kein schwieriges Getreide – man muss ihn nur richtig behandeln mit:
- Brühstück
- Säure
- schonender Knetung
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Häufig gestellte Fragen
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Perfekt erklärt! Danke!
Hallo Marcel,
ja mein Dinkel ist immer ziemlich flach. Und ja, ich glaube, ich habe es immer überknetet. Danke für die Info und das werde ich das nächste Mal berücksichtigen. In der Hoffnung, dass mein Brot dann auch besser aufgeht.
Ich backe ungern mit Hefe, kann ich ganz und gar nur mit Sauerteig dieses Brot backen?
LG Regina