Brot backen im Airfryer
Anleitungen
Was ist der Airfryer eigentlich?
Eine Heissluftfritteuse ist im Grunde ein kompakter, leistungsstarker Heissluftofen mit sehr intensiver Luftzirkulation.
Vorteile
- Sehr schnell aufgeheizt
- Kompakt & praktisch
- Ideal im Sommer oder im Camper
- Energieeffizient bei kleinen Mengen
Nachteile beim Brotbacken
- Sehr starke Oberhitze (teils auch Unterhitze)
- Kaum bis keine Dampfmöglichkeit
- Kleine Backkammer
- Boden wird oft zu hell
Versuch 1 – Sauerteigbrot direkt im Airfryer
Ich habe ein kleines Sauerteigbrot (Same-Day-Sauerteigbrot, einfach kleiner portioniert) getestet.
Einstellung
- 210 °C (Temperatur reduziert!)
- ca. 30 Minuten Backzeit
- Airfryer vorgeheizt
Ergebnis
- ✔️ Brot geht grundsätzlich auf
- ✔️ Farbe akzeptabel
- ❌ Ausbund eher schwach
- ❌ Kruste nicht optimal entwickelt
Warum?
Es fehlt der Dampf. Ohne Feuchtigkeit bleibt die Krustenbildung eingeschränkt.
Versuch 2 – Isolierter Raum (Backpapier-Haube)
- Um die fehlende Feuchtigkeit zu kompensieren, habe ich eine Art „isolierten Raum“ gebaut – quasi eine kleine Backkammer aus Backpapier.
- Temperatur: leicht erhöht (ca. 220 °C), da die direkte Oberhitze gebremst wird.
Ergebnis
- ✔️ Deutlich besserer Ausbund
- ✔️ Optisch ansprechender
- ✔️ Gleichmässigere Krustenbildung
- ❌ Brot läuft etwas flacher
- ❌ Boden weiterhin eher hell
Fazit dieser Variante: Mit einer isolierenden Abdeckung lässt sich das Ergebnis deutlich verbessern.
Feuchtigkeit erzeugen – weitere Möglichkeiten
- Da der Airfryer keinen klassischen Schwaden erzeugt, kannst du:
- Teigoberfläche mit Wasser abstreichen
- Einen kleinen isolierten Raum schaffen
- Eine hitzefeste Schale verwenden
- (Optional) kleine, geschlossene Backform oder Mini-Gusseisentopf verwenden
Wichtig: Die Temperatur sollte ca. 20–30 °C niedriger gewählt werden als im Ofen – sonst verbrennt die Oberfläche.
Test mit süssem Hefeteig
Süsser Hefeteig benötigt weniger Dampf – daher eignet er sich grundsätzlich besser für den Airfryer. Ich habe drei Varianten getestet:
- Ohne Einschnitt
- Mit Kreuzschnitt
- Eingeschnitten + locker abgedeckt
Ergebnis
- Teig geht stark auf (teils bis an die Heizstäbe)
- Abgedeckte Variante optisch am schönsten
- Boden bleibt generell heller als gewünscht
👉 Für Brötchen, kleine Hefekugeln oder süsse Gebäcke ist der Airfryer durchaus geeignet.
Vergleich: Airfryer vs. Backofen
Vorteile Airfryer
- Schnell & unkompliziert
- Ideal für kleine Mengen
- Perfekt für unterwegs oder im Sommer
Nachteile Airfryer
- Schwacher Ausbund
- Schwierige Dampferzeugung
- Boden oft zu hell
- Weniger Kontrolle über Hitzeverteilung
Ergebnis
- Essbares, gutes Brot
- Optisch weniger rustikal
- Kruste weniger ausgeprägt
Vorteile Backofen
- Bessere Dampfmöglichkeit
- Kräftiger Ofentrieb
- Schöner Ausbund
- Bessere Bodenhitze
- Ergebnis
- Rustikalere Optik
- Kräftigere Kruste
- Ausgewogenere Backqualität
Mein persönliches Fazit
Bringe ich im Airfryer dasselbe Resultat hin wie im Ofen?
- 👉 Nein.
Funktioniert es trotzdem?
- 👉 Ja.
Ist es ein gutes Brot?
- 👉 Definition von „gut“ ist relativ.
Als Bäcker sage ich ganz klar:
- Der Ofen ist und bleibt die bessere Wahl für Brot. Wenn dir jedoch ein einfaches, solides Ergebnis reicht und es einmal schnell gehen muss, ist es völlig ausreichend. Auch auf Reisen, zum Beispiel mit dem Camper, wo kein Ofen zur Verfügung steht, ist das natürlich eine gute Alternative.
Meine Empfehlung für das beste Ergebnis im Airfryer
- Temperatur um 20-30 °C reduzieren
- Vorheizen
- Isolierten Raum schaffen (Backpapier-Haube oder kleine Form)
- Optional Oberfläche leicht befeuchten
- Kleine Brote backen
Video
Häufig gestellte Fragen
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Ich werde das gerne mal testen. Wenn ich Brötchen aufröste gebe ich in meine Heissluftfriteuse unter das Rost unten etwas Wasser rein. Damit hab ich doch Feuchtigkeit. Oder hab ich da einen Denkfehler?
Hallo Marcel, ich glaube, den Airfryer werde ich nicht zum Brotbacken verwenden, obwohl meiner Unterhitze hat.
Aber beim Campen nutze ich den Omnia. Da werde ich mal die No-Kneat-Brote testen.